Fazit Belastungserprobung ATZ Saarbrücken, Teil 6 von 6

( Fortsetzung „Die Maßnahme“ )

3. Gärtnerei
Hier gilt ebenso wie in den anderen Bereichen „Jeder so gut wie er kann“. Wobei die Gärtnerei die Möglichkeit beinhaltet, auch körperlich an seine Grenzen zu gehen. Gartenarbeit eben. Von der Erstellung von Kränzen und Gebinden bis hin zum Umgraben. Die Arbeitszeiten sind gegenüber den anderen Modulen etwas verkürzt. Mir hat die Arbeit dort gut gefallen, bin gerne an der frischen Luft. Ich bin physisch aber auch an meine Grenzen gegangen, die Arbeit im Herbst bei schlechtem Wetter hat eine andere Qualität als die bei schönem Wetter im Frühling.

4. Elektrotechnik
Laut Aussage einiger Mitrehabilitanten stellt die Elektrotechnik den anspruchsvollsten Bereich dar. Ich denke, das ist eine sehr subjektive Wahrnehmung. Die Werkstatt diente ehemals zu Weiterbildungsmaßnahmen von längerer Dauer und ist entsprechend ausgestattet. Wer aufgrund seiner Vorbildung noch nie oder selten mit Technik zu tun hatte, kann sich schnell überfordert fühlen. Aber auch hier wird niemand gezwungen, die Arbeiten setzen lediglich etwas handwerkliches Geschick und ein gewisses Maß an Abstraktionsfähigkeit voraus. Und genau um diese Punkte geht es in diesem Modul. Folgende Arbeiten stehen auf dem Plan:

  • Einlöten von Drahtbrücken auf einer Platte mit Klemmen
  • Drahtbrücken biegen und Verschrauben nach einem vorgegebenem Plan
  • Schriftliche Tests aus dem Bereich Mathematik/ Elektrotechnik, die Rechenwege und Formeln sind erläutert
  • Einfaches Fachzeichnen
  • Einfache Schaltungen nach Plan verdrahten

Mein grundsätzliches Motto: „Es gibt keine dummen Fragen.“ Also immer Fragen stellen, wenn etwas unklar ist. Niemand setzt hier irgendwelche Fachkenntnisse voraus, der Bereichsleiter steht mit Rat und Tat zur Verfügung.

5. Kaufmännische Bereich.

Dieser Bereich erfordert viel Konzentration und ist entsprechend anstrengend. Viele Tests, Abfragen zur Rechtschreibung, Mathe und Allgemeinwissen. Verwendet wurden hierfür überwiegend fertige Fragebögen aus verschiedenen Einstellungs- und Bewerbertests. Dann folgen Aufgaben aus dem Bereich “Kaufmännisches”, einfache Berechnungen und Tabellen, nicht am PC, sondern von Hand mit dem Taschenrechner.

 

Zu den anderen Bereichen kann ich keine Aussage machen, da ich diese nicht durchlaufen habe. Vor Ort erfuhr ich aber vieles durch die Gespräche und Fragen an die Mitrehabilitanten. Insgesamt kann ich sagen, das die Maßnahme ihren Ansprüchen genügt, das Konzept geht auf. Belastungserprobung. Das Ganze aber in einem geschützten Rahmen, mir der Möglichkeit zu Gesprächen, zum Rückzug wenn es nötig ist und Hilfsangeboten. Die Angestellten im ATZ sind sich der Tatsache bewusst, dass die Menschen, die zu Ihnen kommen ihre Vorgeschichte und ihre Probleme haben. Wenn ich offen und ehrlich auf die Leute zu gehe, bekomme ich sehr viel zurück. Meine Erfahrung.