Fazit Belastungserprobung ATZ Saarbrücken, Teil 4v6

Die Maßnahme

Grundsätzlich muss man im ATZ 2 Gruppen unterscheiden:

  • Teilnehmer / Rehabilitanten, die eine medizinische Reha absolvieren und über einen längeren Zeitraum im ATZ zu Gast sind. Hier stehen therapeutische Maßnahmen ( Einzelgespräche, Gruppengespräche, Sport usw. ) im Vordergrund mit einem reduzierten Anteil an Arbeitstherapie.
  • Teilnehmer der 6-wöchigen Belastungserprobung. Hier steht die Arbeit im Vordergrund, es gibt einen wöchentlichen Termin mit dem Bezugstherapeuten. Sport und andere Freizeitaktivitäten obliegen der Eigeninitiative nach Feierabend, Programm gibt es hierfür nicht. Wie im richtigen Leben.

Der Tag beginnt mit dem Frühstück, ab 8:15 Uhr ist Anwesenheitspflicht in den jeweiligen Bereichen, bis 16:15 Uhr. Die reine Arbeitszeit beträgt 4×1,5 Stunden, dazwischen liegen die Pausen. Die zu durchlaufenden Bereiche und der tatsächlich Umfang für den Einzelnen werden in dem Erstgespräch mit dem Bezugstherapeuten festgelegt. Es wird niemand dazu gezwungen, seine persönliche Belastungsgrenze zu überschreiten. So hatten einige Mitrehabilitanten nur halbe Tage in den jeweiligen Arbeitsbereichen. Bei akutem Gesprächsbedarf oder medizinischer Notwendigkeit gibt es die Möglichkeit, auch kurzfristig Termine zu vereinbaren

Unter dem Eindruck meiner vorangegangenen Therapien kam ich mit der Erwartung ins ATZ, das die therapeutische Ausrichtung stärker betont wird. Aber es ist eine BELASTUNGSERPROBUNG und keine psychosomatische Maßnahme. Dementsprechend fällt auch die Gewichtung aus.

Am ersten Tag nach der Anreise gibt es einige Einführungstermine und die medizinische Untersuchung. Für die Sportbereiche ( Ergometer, Schwimmbad, Krafttraining, Sporthalle, Tennisplatz ) werden Benutzerkarten ausgestellt. Diese dokumentieren, dass eine Einweisung erfolgt ist. Der Rehabilitant bekommt mit dieser Karte die Möglichkeit ( im Rahmen der bestehenden Auflagen, z.B. nur zu dritt ins Schwimmbad  ) sich den Schlüssel für den jeweiligen Bereich aushändigen zu lassen.

Die eigentliche Belastungserprobung erfolgt in den jeweiligen Arbeitsbereichen:

  1. Ergotherapie
  2. Druckerei
  3. Kaufmännischer Bereich
  4. Elektrotechnik
  5. Hauswirtschaft
  6. Metallbereich
  7. Gärtnerei

Welche Bereiche im Einzelnen durchlaufen werden, wird mit dem Bezugstherapeuten festgelegt. Die Verteilung sollte so sein, dass nach jeder Woche gewechselt wird, da die Anforderungen unterschiedlich sind. Die Reihenfolge richtet sich dabei nach der Auslastung und erfolgt willkürlich. Nur die Ergotherapie findet für alle Rehabilitanten in der ersten Woche statt.

Während meines Aufenthaltes war der Metallbereich therapeutisch nicht besetzt und entfiel daher für mich, nach Aussage der Internatsleitung soll die Gärtnerei am jetzigen Standort geschlossen werden. Ich war da wohl in einer der letzten Gruppen. Der Bereich „Hauswirtschaft“ kam nach Absprache mit dem Therapeuten für mich nicht in Frage. Das war ( und ist ) absolut nicht mein Fall.

In jedem Bereich erfolgt eine Beurteilung durch den jeweiligen Bereichsleiter. Dieser hat einen entsprechenden fachlichen Hintergrund sowie eine therapeutische Zusatzausbildung. ( … wird fortgesetzt )