Fazit Belastungserprobung ATZ Saarbrücken, Teil 3v6

( Fortsetzung „Die Örtlichkeiten“ )

Sehr zu empfehlen ist der Spaziergang zum Felsenweg, einer Verwerfung, die ein beeindruckendes Naturschauspiel bietet. Nach der Zeitumstellung auf die Winterzeit entfielen für mich die Laufeinheiten im Wald, da unter der Woche bis 16:15 das Pflichtprogramm läuft ( außer Dienstags, da ist Patientenvollversammlung ). Als Alternative bietet sich „DIE TREPPE“ an. Die soll angeblich 350 Stufen haben, führt von der Klinik abwärts ins Tal und ist beleuchtet. Laut meiner Pulsuhr sind das 100 Höhenmeter bis zu der Ampel an der Zufahrt zum ATZ. Ich bin die fast jeden Abend gelaufen, also 100m abwärts, dann 100m wieder hoch. Umgerechnet auf meine Einheiten in der Ebene entsprach das ca. 2,6 Kilometern. Jedenfalls war danach Duschen angesagt, meine Hf und meine Muskulatur passten sich allmählich der Belastung an, so dass mir die Einheit gegen Ende recht leicht fiel.

Außer den Wohneinheiten auf den einzelnen Ebenen gibt es noch einige Gebäude oberhalb  von Haus 7 ( ATZ ), die wohl ursprünglich als Ferienhäuser genutzt wurden. Diese gehören jetzt mit zum Komplex und wurden zu weiteren Unterkünften umgebaut. Dort sind jeweils 4-5 (?) Rehabilitanten  pro Einheit untergebracht, die sich einen gemütlichen Wohnbereich teilen. Ich hatte Gelegenheit, Teile eines dieser Häuser zu besichtigen. Außerdem findet sich dort ein weiterer Therapiebereich, wo auch die psychologische Testung statt findet.

Insgesamt merkt man den Gebäuden und den Räumlichkeiten  die 30 Jahre (?) des Bestehens an.  Alles macht einen gebrauchten Eindruck, etwas Altbacken. Gegessen wird im Speisesaal ( Casino ). Insgesamt ist die Zweckmäßigkeit  das beherrschende Element. Es gibt schönere Einrichtungen, aber auch sehr viel schlechtere, ich habe da schon einiges erlebt.

Was noch ? Ach ja, Internet gibt es nicht auf den Zimmern, WLan ist nur im Speisesaal verfügbar. Den Zugangscode gibt es gegen Unterschrift, die Online Zeiten ( nicht die Inhalte ) werden protokolliert. Diese Vorgehensweise konnte ich auch in anderen Kliniken beobachten, nachdem sich das Internet wohl für einige Leute zum Suchtproblem entwickelt hat.

Am Tag der Aufnahme findet abends eine Einführung durch eine(n) nette(n) Mitrehabilitantin(en) statt mit einer Führung durch die Gebäude. Das Personal ist durchweg sehr freundlich und engagiert, ich habe da keinerlei Negativ-Erfahrung machen müssen. Und einen schlechten Tag hat ja jeder wohl mal.

Das Essen kommt aus einer Großküche. Punkt. Ich habe mich über das gefreut, was mir geschmeckt hat, was ich nicht mochte, habe ich nicht gegessen. Satt geworden bin ich immer. Für uns wohl ( zu ?) selbstverständlich.

Im Rückblick auf insgesamt 12 stationäre Aufenthalte in meiner „Karriere“ bestätigt sich mein Eindruck, das die Verhältnisse nicht besser geworden sind. Die Einrichtungen unterliegen dem zunehmenden Kostendruck, was immer zu Ungunsten der Qualität geht. Einige Kliniken bekommen den Spagat zwischen Effizienz und den Ansprüchen ihrer Gäste besser hin als andere. Das ATZ bildet da keine Ausnahme, aus meiner persönlichen Sicht gelingt es dort ( noch ) recht gut. Und das ist wohl in erster Linie auf die dort tätigen Menschen zurückzuführen, die mit ihrem Engagement und ihrer Kompetenz für das Wohlbefinden der Patienten / Rehabilitanten sorgen. Von meiner Seite nochmal ein großes „DANKE“ dafür.

Ach ja, toll finde ich die Idee des Internatsleiters, dass sich Patienten mit einem entsprechenden Talent malerisch verewigen können. So bekommt die sterile Umgebung etwas persönliches und warmes, etwas Individuelles. Es gibt einige schöne Bilder im Gebäude, die von den Gästen erstellt wurden. Was das im vorherigen Absatz zum Engagement geschriebene bestätigt.  ( … wird fortgesetzt. )