ATZ Tag 41: Letzter Tag

Montag 24.11.2014

Das war der letzte Tag im ATZ ! Hurra ! Ende der Belastungserprobung. Und so fühle ich mich auch: Ausgepowert, müde, kaputt. Die Tage im kaufmännischen Bereich hatten es noch mal in sich. Viele Tests, Abfragen zur Rechtschreibung, Mathe und Allgemeinwissen. Verwendet wurden hierfür überwiegend fertige Fragebögen aus verschiedenen Einstellungs- / Bewerbertests.
Das waren für mich nicht die großen Hürden, die Konzentration über den langen Zeitraum hat mich geschafft. Heute dann Aufgaben aus dem Bereich „Kaufmännisches“, einfache Berechnungen und Tabellen, aber nicht am PC sondern von Hand mit dem Taschenrechner. Wieder wurde hohe Konzentration gefordert. Am Morgen merkte ich schnell, dass ich Probleme bekommen werde. Es fiel mir schwer, mich auf die Aufgaben zu fokussieren, ich hatte das Gefühl von „Watte im Kopf“. Koffein half ein wenig. Außerdem machte sich eine gewisse Unlust bemerkbar. Zusätzlich noch Abschlussgespräche mit der ärztlichen Leitung und meinem Bezugstherapeuten.

Theresa ist seit Mittwoch in Saarbrücken, wir fahren morgen gemeinsam zurück nach Hildesheim. Das sie hier ist, ist einerseits sehr schön, andererseits ist es eine zusätzliche ( durchweg positive ) Ablenkung, die situativen Wechsel kosten mich ebenfalls etwas Energie. Subjektiv hat sich meine Energiebilanz hin zu einem Defizit verschoben.

Abends schönes Gespräch mit J., er sagt mir, das er sich in meiner Gegenwart immer wohl gefühlt hat. Das Kompliment kann ich uneingeschränkt zurück geben.So kommt doch noch etwas Wehmut auf…. Es ist schön, in den Therapien die netten und empathischen Menschen kennenzulernen, die gemeinsame Zeit zu haben und ein Stück des Weges gemeinsam zu gehen. Die Abschiede fallen entsprechend schwer, immer mit dem Versprechen, den Kontakt zu halten und zu pflegen. Bei einigen wenigen klappt es zumindest eine gewisse Zeit lang. Man wird sehen. Jedenfalls hat das Gespräch mit J. meine Laune spürbar verbessert.

In einem weiteren Gespräch mit N. erzählt sie mir, dass sie in eine Langzeit-Maßnahme gehen wird. Ich wünsche ihr alles Gute, sie wird das schaffen, ich habe jedenfalls ganz viel Potential gespürt. Mit etwas Hilfe und Anleitung wird sie ihren Weg machen. Das Gute ist, dass heute den jungen Menschen die Chance geboten wird Fehlentwicklungen zu korrigieren. Ich glaube, es ist dann sehr viel einfacher, das Ruder herum zu reißen. Bei den „alten Säcken“ wie bei mir ist das deutlich schwieriger.

Einmal hier noch übernachten, dann ist ein weiteres Kapitel abgeschlossen. Ich glaube und hoffe, das der Aufenthalt hier mich meinem Ziel „Raus aus Hartz 4“ ein ganzes Stück näher gebracht hat. Irgendwann in den nächsten Tagen werde ich ein Fazit schreiben. Jetzt freue ich mich auf die Heimfahrt mit Theresa und auf ein paar Tage Erholung.