Papierkram und ADHS

Ich glaube, ich habe einen großen Teil meines Lebens mit dem Suchen verbracht. Der Suche nach irgendwelchen Gegenständen, von denen ich weiß, dass ich sie besitze, die sich dann aber meist als unauffindbar erweisen. Und die Suche nach Schriftstücken. Das war lange Zeit am Gruseligsten.

Die Ordnungssysteme, die ich mir überlegt habe, sind in der Vergangenheit irgendwann zusammengebrochen, entweder aus meiner Inkonsequenz bei der Pflege oder der Komplexität, die ich irgendwann selbst nicht mehr durchschaute. Das Ergebnis war ein heilloses Chaos und Stress ohne Ende.

Dann habe ich im Zuge der Reduzierung meiner Besitztümer auch einen Schnitt bei der Ablage von Papieren gemacht. Als Vorbild diente dabei eigentlich das Internet. Die Informationen sind chaotisch abgelegt, wichtig ist die Suchfunktion.

Jetzt gibt es nur noch einen Ordner mit wichtigen Dokumenten ( Zeugnisse, Geburtsurkunde etc. ), alles andere wird nach Datum abgelegt, in der Reihenfolge des Posteingangs. Ich kennzeichne die Post oben rechts mit „JJMMTT“ und dem Vermerk „gesc“,  anschließend scanne ich die Post und benenne die Datei mit „JJMMTT_von_XYZ……“ oder bei Ausgang „JJMMTT_an_XYZ….“. Dann Ablage im Verzeichnis „Ablage nach Datum“ im Unterverzeichnis mit der Jahreszahl.

Ich arbeite mit Linux, das Programm „Recoll“ übernimmt die Volltext Indexierung der abgelegten Dateien. TaTaa!  Jetzt FINDE ich meine Papiere über die Suchfunktion ohne Stress…

Mein Scanner hat eine Einzugsfunktion, so dass sich der Aufwand in Grenzen hält. Ich nehme die Bearbeitung der anfallende Papiere als Achtsamkeitsübung. Und im Vergleich zu der Sucherei der Vergangenheit, entschädigt der erste Aufwand später um ein Mehrfaches.