Achtsamkeit

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19.02.2014

Zum Begriff der Achtsamkeit habe ich  am 8.6.2013 etwas geschrieben:

Definition der Achtsamkeit: -> HIER

Mein Weg  zur Achtsamkeit

Im August 2007 trat ich eine Therapie in der Schön-Klinik Bad Bramstedt an, ursprünglich mit dem Behandlungsschwerpunkt ADHS. Nach den Diagnoseverfahren ergab sich eine Weitere: Borderline Persönlichkeitsstörung, emotionale Instabilität. ( Auf die einzelnen Diagnosen, Spezifizierungen und Symptome werde ich an anderer Stelle noch im Detail eingehen.)

Nach dem Schock kam die Akzeptanz und damit auch die Bereitschaft, mich auf die Therapie einzulassen. Zusätzlich zu den ADHS Schwerpunkten erhielt ich das sogenannte „Fertigkeitentraining“. Dieses ist der DBT entnommen:

Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) ist eine von der amerikanischen Psychologin Marsha M. Linehan in den 1980er Jahren entwickelte Psychotherapieform zur Behandlung von stark suizidalen Frauen und kommt heute zur Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung zugute. Die DBT basiert auf der kognitiven Verhaltenstherapie, umfasst aber auch Elemente anderer Therapierichtungen sowie fernöstliche Meditationstechniken.

( Quelle: Wikipedia -> HIER )

In diesen Therapiestunden hörte ich zum ersten Mal von dem Konzept der Achtsamkeit. Was sich mir sofort erschloss, waren die folgenden Punkte:

  • Es sind die Gedanken, die Emotionen auslösen. Gedanken, die aus der Interpretation meiner Wahrnehmung resultieren ( auch Unbewusst ). Gedanken an die Vergangenheit. Gedanken an die Zukunft.
  • Erstrebenswert ist das Verweilen in der Gegenwart. Dabei sind oben beschriebene Gedanken äußerst hinderlich.
  • Dieses Verweilen ( bzw. die Fähigkeit dazu )  führt dann zu einer gewissen Gelassenheit.

Eigentlich ein recht einfaches Konzept. Die Umsetzung ist dafür umso schwerer.

Gelassenheit war genau das, was mir fehlte. Ich litt unter kaum zu ertragenden emotionalen Anspannungszuständen.

Im Folgenden fing ich an mich zu informieren. Ich las diverse Bücher, beschäftigte mich mit geführten Meditationen ( in der Therapie und darüber hinaus ) und versuchte, die obige Erkenntnis umzusetzen. Versuchte achtsam zu Leben, Achtsamkeit im Alltag zu kultivieren. Meine damaligen Lebensumstände erwiesen sich dabei als kontraproduktiv. Ich verlor den Faden.

In den folgenden Therapien wurde Achtsamkeit immer wieder zum Thema. Ich versuchte immer wieder neu mich in das Thema einzufinden. Ich führte Bögen zur Selbstbeobachtung und Tagebuch. Das half mir, die akuten Symptome nach und nach in den Griff zu bekommen. Die gewünschte Gelassenheit wollte sich jedoch nicht einstellen.

Es gelang mir, die Achtsamkeit zeitweise in meinen Alltag zu integrieren und so phasenweise eine gewisse Ruhe zu empfinden. Ich las weitere Bücher. Regelmäßige Meditationen gehörten dabei aber nicht zu meiner Strategie.

Mein Sohn Nico

2007 waren mein Sohn und ich etwa zeitgleich in Therapie. Auch bei ihm setzte danach ein Prozess ein, der weitgehend  unabhängig von meinem verlief, zumal wir auch räumlich getrennt waren.

Nico beschäftigte sich ebenfalls mit dem Thema Achtsamkeit und Buddhismus. Und er stieg in die Meditation ein, belegte Vipassana ( -> HIER ) Seminare, bei denen stundenlang meditiert wird. Ich war stark beeindruckt. Wenn er bei mir war, versuchte ich manchmal mit ihm gemeinsam zu meditieren. Mir erschloss sich der Sinn dieser Übungen aber nach wie vor nicht. Die Diskussionen, die wir über das Thema führten, waren aber sehr wertvoll. Und ich staunte über die Veränderung und die Reife, die mein 20-jähriger Sohn erreicht hatte.

Weitere Bausteine

Das Thema Achtsamkeit beschäftigte mich nach wie vor. Besonders interessierten mich die Berichte, die sich mit den neuronalen Vorgängen und der Achtsamkeit beschäftigen, z.B.:

Mönche in der Magnetröhre ( -> HIER )

Allgemein gesagt, die Zusammenhänge zwischen Achtsamkeit und Neuroplastizität ( -> HIER ) . Und die Möglichkeiten, die sich daraus im Hinblick auf meine Situation ergeben.

Initialzündung

Im September 2012 ging es mir wieder schlecht ( Depressionen ). Ich beschloss, nochmals in Therapie zu gehen, um mich zu stabilisieren. Hatte einige Termine bei meinem Psychiater. Auf den jeweils 50-minütigen Busfahrten nach Nienburg und zurück las ich „Im Alltag Ruhe finden“ von Jon Kabat-Zinn ( zum wiederholten Mal ) und  andere Bücher zum Thema.Ich dachte über meine Situation nach und die bevorstehende Therapie. Damit verbunden wieder eine wochenlange Wartezeit.

In den Büchern las ich erneut die Hinweis auf regelmäßige Meditationen, und mir kamen folgende Gedanken:

„Was willst du eigentlich nochmal in einer Therapie ? Du bist austherapiert. Die können dir nichts Neues erzählen. Das Einzige, was du noch nicht probiert hast, ist die regelmäßige Meditation. Nico hat da wohl recht.“

Und so beschloss ich, die Wartezeit ( und auch die Therapie selbst ) zu nutzen, mich intensiv mit der Meditation zu beschäftigen und hier entsprechende Erfahrungen zu sammeln. Und das Ganze aufzuzeichnen und zu protokollieren.

Bei Recherchen im Internet stieß ich auf das Buch „Die Achtsamkeits-Revolution“ von B. Alan Wallace. ( -> HIER )  Das passte wie die Faust aufs Auge, war die Initialzündung ( -> HIER )

Ich fing an, alles aufzuschreiben, hatte die Idee zu einem Buch mit dem Titel „Das Achtsamkeits-Experiment“, in dem ich die künftigen Ereignisse protokolliere. Die Tagebucheinträge finden sich hier im Blog in der Kategorie „TB_Achtsamkeit“. Die Ergebnisse werde ich nach und nach einstellen.

Das Experiment hat funktioniert. Ich meditiere heute ( 19.02.2014 ) seit 522 Tagen ( mit einigen Lücken, aber nur einzelne Tage ).  Bin weitestgehend symptomfrei und sehr gelassen.

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Das Achtsamkeits-Experiment

Zur Dokumentation meines Experimentes habe ich mit Beginn der regelmäßigen Meditationen Tagebuch geführt. Beginnend mit dem 16.09.2012 erfolgten die Einträge durchgehend bis zum 09.11.2013. Danach habe ich für die grafische Auswertung nur noch die Zahlenwerte für die Bewertungen der Meditationen und der Befindlichkeit festgehalten.

Mit der Einrichtung dieses Blogs habe ich am 11.02.2014 wieder angefangen Protokoll zu führen. Mehr um zu zeigen, wie ich vorgegangen bin, als aus einer aktuelle Notwendigkeit heraus.

Mir ging es darum, die zu erwartenden Fortschritte in grafischer Form zu visualisieren und meine Gedanken während des Prozesses festzuhalten. In dem Blog werde ich nicht alle Seiten einstellen, da die Einträge teilweise langweiliges und belangloses Material enthalten. Namen von Personen werde ich abkürzen, solange mir keine ausdrückliche Erlaubnis zur Veröffentlichung vorliegt.

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